Fachartikel: Wie bekomme ich den Fensteranschluss dicht?

Wie bekomme ich den Fensteranschluss dicht?
Die Kunst der Fuge – Plädoyer für ein scheinbar kostenloses und ungeliebtes Thema

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Die dauerhafte Abdichtung der Fuge ist eine der größten Herausforderungen beim Fenstereinbau. Gut wenn man weiss, was zu tun ist und wie manLösungen für den Bauherrn findet.

 Von der Dichtheit der Gebäudehülle hängt die Mangel- und Bauschadensfreiheit ab. Gerade kleine Fehlstellen im Anschlussbereich der Fenster können über kapillare Kräfte viel Feuchtigkeit ins Bauteil eintragen. Zu hohe Feuchte kann zur Schädigung des Bauteils oder zur Schimmelbildung auf der Raumseite führen.

Passivhaus, KFW40, Plusenergiehaus und wie sie alle heißen. Gerne werden große Themen wie Energieeinsparung und intelligente Gebäudetechnik behandelt, Groß geschrieben und geplant. Vom Großen hin zum Kleinen bedarf es jedoch einiger Schritte und Brücken. In den Schluchten zwischen verschiedenen Bauteilen liegt die handwerkliche Herausforderung. Die Kunst der Fuge ist und bleibt in ihrem Kern etwas praktisches und augenblickliches. Die Fugen, gerade von Johann Sebastian Bach, in der Musik, sind ein Sinnbild unserer Fuge beim Fenstereinbau, denn hier spielt die Musik. Das Thema, z.B. Fugendichtung mit Anschlussfolien, muss bis ins Detail gespielt werden.

Die Fuge: Brücke zum Baukörper

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Contega IQ, das Fensteranschlussband mit RAL-Zertifizierung, ist einfach zu montieren. Seine feuchtevariablen Eigenschaften halten die Fuge zwischen Baukörper und Fenster dauerhaft trocken.

In den letzten Jahre sind Fenster in sämtliche Richtungen hin optimiert worden: Schall-, Brand-, Einbruchs-, Wärmeschutz, solare Gewinnbringer, Lüftungskünstler und Überhitzungsschützer. Fenstereinbau und Abdichten der Fuge ist aber kein fertiges Element sondern zu erstellendes Handwerk. „Fuge“ kommt vom Lateinischen „fuga“ und bedeutet “Flucht” oder “Weglaufen”. Ist das vielleicht bezeichnend für die Art und Weise wie man mit dem Thema die Fuge umgeht? Schnell soll es gehen, ohne Schmutz, einfach, nichts kosten, länger Bestand haben als das Fenster selbst und das natürlich wartungsfrei. Eine wahrhaft eierlegende Wollmilchsau, spannend.

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Das Känguru fragt: Muss man Tackerklammern überhaupt abkleben?

Das Känguru fragt nach und pro clima Techniker stehen Rede und Antwort zu kniffligen Bauphysik-Themen:
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Christoph Böhringer, pro clima Anwendungstechniker:
“Hallo Känguru, schön, dass du fragst, denn ich bin der Meinung, dass es immer besser ist vorher zu fragen. Na ja, was soll ich Dir sagen, es ist wie so oft: Es kommt darauf an! Halt, noch einfacher: Grundsätzlich nein, aber…

Wenn wir uns zuerst die Norm anschauen (da müssen wir in die DIN 4108-7 reinschauen), dann sagt die folgendes dazu: „Die Perforation durch die Verbindungsmittel der Bahnenmontage sind für die Luftdichtheit unbedeutend.“ Da sagt uns also die Norm eindeutig, dass die Tackerklammern zwar da, aber unbedeutend sind. Im Weiteren wird dann über die Pressung und den Begriff „stiftförmig“ gesprochen – und da ist nun die Einschränkung: „Es-kommt-darauf-an“. Weiterlesen

Sicheres Feuchtemanagement für Flachdächer in Holzbauweise

Diskurs 1
Die frühere, einfache Denk- und Arbeitsweise: Wenn aussen dicht, dann
innen dicht, ist heute nicht mehr gültig. Heute sind wir konfrontiert mit anderen Regelungen, welche sich erst noch einprägen müssen, damit alles wieder einfach, greifbar und umsetzbar wird. Bis dahin gilt es die entsprechende Aufmerksamkeit und

Achtsamkeit mitzubringen. Wenn man sich der Auswirkungen von Planung und Ausführung bewusst ist, dann ist tatsächlich alles einfach und klar. Beim Flachdach stellen sich mehrere Fragen: In welchem Rahmen bewege ich mich mit meiner Konstruktion? Was macht eine Konstruktion sicher? Welche Konstruktionen bergen Risiken in sich? Wie geht man mit Risiken beim Feuchtemanagement um?

Neue Regeln in DIN 68800-2 oder 100 Meter versus Feuchtevariabilität

Nachweisfreies Flachdach

Nachweisfreie Flachdachkonstruktion nach DIN 68800-2: Legende: 1 – diffusionsdichte Dachabdichtung 2 – Holzschalung oder Holzwerkstoffplatte 3 – faserförmiger Gefachdämmstoff in Konstruktionsebene 4 – feuchtevariable Dampfbremse, z.B.: pro clima INTELLO 5 – diffusionsoffener Innenausbau

Die zulässigen Feuchtegehalte für Holz und Holzwerkstoffe werden in unterschiedlichen Normen beschrieben. Für die wärme- und feuchtetechnische Bemessung eines Bauteils wird in der Regel die Normenreihe DIN 4108 – Wärme-schutz und Energieeinsparung
in Gebäuden – heran gezogen. Dort erfolgt die Berechnung von Wärme- und Feuchteschutz nach dem Glaserverfahren. Die Grenzwerte für die Feuchte sind dort für Holz (≤ 20%) und Holzwerkstoffe (je nach Nutzungsklasse, ≤ 18%) geregelt.

Eine Bemessung des Bauteils ist nicht in jedem Fall erforderlich. Bis zur Veröffentlichung der aktuellen  Ausgabe im November 2014 fand man in DIN 4108-3 auch für unbelüftete Flachdächer mit äußerer Abdichtung nachweisfreie Konstruktionen.Nachweisfrei galten bisher unbelüftete Konstruktionen wenn sie mit einer inneren diffusionshemmenden Schicht mit sd-Wert ≥ 100 m ausgeführt wurden. Die Neufassung der DIN 4108-3, 2014-11, kennt diese Definition nicht mehr. Die übliche unbelüftete Ausführung mit Vollsparrendämmung ohne Hinterlüftung wird dort zur nachweispflichtigen Konstruktion.

Welche Konstruktionen gelten heute als nachweisfrei?

Neu werden unbelüftete Konstruktionen nachweisfrei in DIN 68800-2, 2012-02, beim konstruktiven Holzschutz definiert. Was gemäß DIN 4108-3 mit der früheren Definition
»100 m« nachweisfrei war, hat in der Bauwirklichkeit zu Bauschäden geführt. Dies haben sich die »Hölzernen« schon seit längerem zu Herzen genommen und erforscht. Schon 2008 wurde durch den Informationsdienst Holz mit der Broschüre zu Flachdächern in Holzbauweise darüber informiert, dass die 100 m nicht mehr Stand der Technik waren. Zahlreiche Forschungsvorhaben sind im Bereich Holzbau und Flachdach durchgeführt worden und haben neue Erkenntnisse erbracht. In unterschiedlichsten Veranstaltungen und Publikationen wurden die Ergebnisse diskutiert und veröffentlicht. Vieles aus der Forschung und Gutachterpraxis ist
dann in die Novellierung der Holzschutznorm eingeflossen. »Nachweisfreie« Konstruktionen für die unbelüfteten Flachdächer kennt heute nur die DIN 68800-2. Der Holzschutz kennt jedoch nur den Bezug zum Material und dessen Ausgleichsfeuchte
im Umgebungsmilieu. Mit der Ausgleichsfeuchte wird das Material in die entsprechende Gebrauchsklasse (früher Gefährdungsklasse) eingeordnet. In diesem Sinne sind Bauteile nachweisfrei, deren Hölzer in die GK0 (Gebrauchsklasse 0 – kein chemischer
Holzschutz erforderlich) eingeordnet werden können. Im Hinblick auf die Bauteilsicherheit stellt DIN 68800-2 sogar noch höhere Anforderungen als DIN 4108-3.

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Das Känguru fragt: Was ist Flankendiffusion?

Das Känguru fragt nach und pro clima Techniker stehen Rede und Antwort zu kniffligen Bauphysik-Themen:

Kaenguru_flankendiffusionLuftdichtheit ist gut, aber noch nicht alles: Da ist noch die Diffusion. Wenn wir im Bau von Diffusion sprechen, meinen wir damit, dass Feuchtigkeit nach und nach durch ein Bauteil transportiert wird. Angetrieben wird der Transport durch den Druckunterschied zwischen innen und aussen. Da Wassermoleküle immer vom Warmen ins Kalte wollen, findet die Diffusion im Winter normalerweise von innen nach außen statt. Eine Dampfbremse behindert den Moleküldurchgang. Weiterlesen

Kulturdenkmal – Schlagregensicherheit und Luftdichtheit fachgerecht gelöst

pro clima Live-Seminare bei Sanierungsprojekt Auerbacher Bahnhof in Bensheim

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Der 166 Jahre alte Bahnhof Auerbach in Bensheim soll energetisch saniert werden.

Ein 166 Jahre altes Kulturdenkmal energetisch zu sanieren und mit neuem Leben erfüllen: das soll mit dem Auerbacher Bahnhof in Bensheim (Hessen) dieses Jahr umgesetzt werden. Um diese Vision zu realisieren, haben die Stadt Bensheim und der Investor Thierry Chevrier sich mit Profis der Baubranche zusammengetan.

„Diese Sanierung ist eine besondere Herausforderung, da der Auerbacher Bahnhof unter Denkmalschutz steht. Es ist eine große Freude zu sehen, wie sich das Gebäude schrittweise verändert und gleichzeitig seinen ursprünglichen Charakter behält“, sagt Thierry Chevrier, der das Projekt finanziert. Weiterlesen

forum holzbau: EBH 2013 am 6. und 7. Juni in Köln

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Hybridbauten schöpfen Materialnutzen optimal aus: Materialkombinationen aus  Holz und Beton  optimieren Gebäudekonstruktionen. Diese Entwicklung, die vor Jahren bereits begonnen hat, wird von Holzexperten immer weitergeführt und ist auch ein Thema beim diesjährigen 6. Europäischen Kongress für effizientes Bauen mit Holz (EBH 2013) in Köln. Weiterlesen

pro clima auf der IHF : „Wie ein großes Klassentreffen“

Jens-Lüder Herms (links) und Michael Förster am pro clima Stand beim Internationalen Holzbauforum IHF 2012

„Wie immer ist das IHF das größte Jahresabschlusstreffen in der Holzbauszene Europas. Es macht viel Spaß“, sagt der Leiter der Anwendungstechnik Michael Förster am pro clima Stand beim Internationalen Holzbau-Forum IHF in Garmisch-Partenkirchen.  Die renommierte Plattform bringt einmal im Jahr Wissenschaftler, Hersteller, Planer aus der ganzen Welt zusammen. Die Gemeinsamkeit: Sie alle wollen den Holzbau populärer machen und präsentieren ihre neusten Entwicklungen. Das pro clima Team präsentiert unter anderem die Herbstneuheiten 2012. Weiterlesen

Sommerspezial mit SHERPA Holzbauserie: „Eine Chance, den Holzverbinder mal ganz praktisch im eigenen Betrieb auszuprobieren.“

Ideale Lösung für Zimmereien, die selbst Konstruktionen planen und stabile, einfach zu realisierende Knotenpunkte einsetzen wollen: die Holzverbinder von SHERPA. Bis zum 30.09.2012 gibt es ein Sommerspezial zur SHERPA Holzbauserie, bei dem die Spezialschrauben zu den Holzverbindern kostenfrei mitgeliefert werden. Weiterlesen