Wie genau funktioniert eine Blower-Door-Messung?

Blower-Door-Tests werden während der Bauphase und nach Fertigstellung des Hauses durchgeführt. Sie zeigen, wie luftdicht ein Gebäude ist und wo Löcher sind, die der Konstruktion langfristig schaden könnten.

Regel Nummer 1: Niemand geht raus oder rein

Regel Nummer eins bei Blower-Door-Messungen: Während die Geräte eingeschaltet sind, darf keiner raus oder rein. Alle Fenster und Außentüren des Hauses werden geschlossen, die Innentüren geöffnet. Dann wird ein Gebläse in eine Tür – manchmal aber auch in ein Fenster – eingebaut, mit dem man Luft heraussaugen oder hineinpumpen kann. Dadurch entsteht ein Unter- oder Überdruck im Haus.
Diese Luft strömt dann durch Löcher im Gebäude nach. Diese Löcher nennt man Leckagen. Wenn man sie suchen will, stellt man am Gebläse einen Druck von meistens 50 Pascal ein. Das sind ungefähr fünf Kilo pro Quadratmeter oder Windstärke fünf. Weiterlesen

Wozu ist eine Blower-Door-Messung gut?

Eine Blower-Door-Messung zeigt, wie dicht ein Gebäude ist oder anders gesagt: wo und wie sehr es zieht. Sie wird auch als Luftdichtheits- oder Differenzdruckmessung bezeichnet. Eine Blower-Door-Messung zeigt die Qualität der Dichtheit einer Gebäudehülle. Es gibt mehrere Gründe, warum es für den Auftraggeber, Handwerker und Nutzer eines Gebäudes Sinn macht zu wissen, wie luftdicht ein Haus, ein Büro oder eine Halle ist.

Hier zieht´s deutlich durch fehlende Abklebung der Balkendurchdringung: Das Anemometer zeigt 3,34 m/s an. Ein korrekter Anschluss zwischen Wand und Balken, bestehend aus Glattstrich des Mauerwerks und Vorbehandlung der Balken (Primer), ist hier sinnvoll.

Bei luftundichten Häusern – also mit Löchern in der Gebäudehülle – strömt Wärme nach außen. Das kann zu hohen Heizkosten führen. Im Winter zieht´s vor allem unangenehm und es ist unbehaglich. Die ausströmende warme und feuchte Luft kann Schäden in der Konstruktion verursachen. Zudem wird Schall über die Luft übertragen, was dazu führt, dass man in undichten Häusern den Straßenlärm mehr hört.

Mit Blower-Door-Tests kann ein Handwerker nach dem Abschluss seines Gewerkes nachweisen, dass er ordentlich gearbeitet hat. Denn manchmal sind es die nachfolgenden Gewerke, die aus Versehen die luftdichte Ebene durchlöchern. Weiterlesen

Klebebänder: Wie funktionieren sie, was müssen sie können und was können sie?

Viele Meter und verschiedene Klebebänder kommen bei der Gebäudedichtung zum Einsatz. Hier verklebt ein Zimmerermeister die Fenster-Innenecken bei einem Innenausbau eines Feuerwehrhauses.

Für die Herstellung einer luftdichten Gebäudehülle werden in vielfältigen Anwendungen Klebebänder als Verbindungsmittel eingesetzt oft mehrere 100 Meter pro Gebäude. Klebebänder haben sich in dieser Anwendung als Verbindungsmittel etabliert (wie der Nagel im Holzbau) und müssen mehrere Jahrzehnte ihre Aufgabe erfüllen.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Klebetechnik sowie die Eigenschaften der bauüblichen Klebebänder.

Sind nicht alle Klebebänder gleich?

Diese Grafik veranschaulicht die verschiedenen Kräfte, die in der Klebefuge wirken. Die Kohäsion ist die innere Festigkeit des Klebers. Die Adhäsion ist die Haftkraft zum Untergrund. Es gilt: Je höher die Adhäsion, desto geringer die Kohäsion. Für eine dauerhafte Verklebung ist das optimale Verhältnis zwischen Kohäsion und Adhäsion entscheidend.

Klebebänder wirken auf den ersten Blick ähnlich, manche gar identisch: Betrachtet man unterschiedliche Produkte, so bestehen sie alle aus einem Träger. Dieser besteht je nach geplanter Anwendung des Klebebandes aus Papier, Kunststofffolie oder Vlies. Auf dem Trägermaterial ist der Klebstoff aufgebracht, der unterseitig durch eine Schutzfolie oder ein Schutzpapier abgedeckt wird. Die unterschiedlichen Träger ermöglichen unterschiedliche Anwendungsbereiche. Beispielsweise muss ein Band, das innen und außen eingesetzt werden kann, einen UV-stabilisierten Träger besitzen – ein Fensteranschlussklebeband einen überputzbaren Vlies-Träger. Dieser Unterschied ist leicht erkennbar.

Betrachtet man den Klebstoff selbst, so ist ein Unterschied nicht so leicht festzustellen. Ein Blick in die Datenblätter hilft oft auch nicht weiter, da meist nur wenige technische Daten angegeben werden, die zudem schwer miteinander vergleichbar sind. Weiterlesen

Anwendertipps für die sichere Verklebung

Anwendertipps für die sichere Verklebung

• Gut ist, wenn ein sauberer Untergrund vorliegt, der tragfähig, trocken,
staub-, fett- und silikonfrei ist und eine möglichst glatte Oberfläche hat.

• Es empfiehlt sich, staubige Untergründe abzufegen und abzuwischen.

• Falls die Oberfläche nicht tragfähig ist, muss sie mit einem Primer vorbe-
handelt werden. Dies ist zum Beispiel bei Holzfaserunterdeckplatten,
abkreidenden, absandenden Putzen oder Althölzern der Fall.

Viele Meter und verschiedene Klebebänder kommen bei der Gebäudedichtung zum Einsatz. Hier verklebt ein Zimmerermeister die Fensterinnenecken bei einem Innenausbau eines Feuerwehrhauses. Für die Herstellung einer luftdichten Gebäudehülle werden in vielfältigen Anwendungen Klebebänder als Verbindungsmittel eingesetzt ‒ oft mehrere 100 Meter pro Gebäude. Klebebänder haben sich in dieser Anwendung als Verbindungsmittel etabliert (wie der Nagel im Holzbau). Sie müssen mehrere Jahrzehnte ihre Aufgabe erfüllen, damit das Gebäude den Standard erfüllt, der geplant und vom Bauherren erwartet wird.

• Das Mauerwerk wird erst luftdicht durch einen Glattstrich beziehungsweise
Putz. Der Anschluss dort kann mit pastösen Klebern oder einputzbaren Luft-
dichtungsbändern erfolgen.

• Bei Nässe muss darauf geachtet werden, ob nach den Verarbeitungshinweisen
das Klebeband auch auf feuchtem Untergrund verarbeitet werden kann.

• Wenn Zweifel bestehen, ob eine Oberfläche geeignet ist, empfiehlt es sich,
vorher Testverklebungen durchzuführen.

• Auf überfrorenen Untergründen ist die Verklebung nicht möglich.

• Luftdichtungsbahnen sollen möglichst faltenfrei verlegt werden.

• Klebebänder müssen gut angerieben werden, damit sie ihre Klebkraft
voll entfalten können.

• Die Endfestigkeit von Verklebungen wird je nach Untergrund und Temperatur
innerhalb von 24 Stunden erreicht.

Sie interssieren sich für Klebebänder? Dann könnten diese Artikel spannend für Sie sein:

Klebebänder: Der Mythos vom Fingertack oder Daumentest vs. Baustellenrealität

Ein detaillierter Fachartikel erscheint am Freitag, 13. Oktober hier auf diesem Blog: Klebebänder: Wie funktionieren sie, was müssen sie können und was können sie?

Bauradio: Schluss mit den Klebeband-Mythen: So funktionieren sie und daran erkennt man die Richtigen

Klebebänder: Der Mythos vom Fingertack oder Daumentest vs. Baustellenrealität

Beim Fingertack schneiden weiche Kleber besser ab, da sie die Oberflächen des Daumens besser benetzen. Auf der Baustelle kann das zu Schwierigkeiten führen, da weiche Kleber in der Regel geringe Kohäsionskräfte aufweisen.

Der beliebte und oft praktizierte Daumentest kann in die Irre führen. Hierbei wird einfach der Daumen auf die Klebefläche gedrückt und das Ergebnis bewertet. Je weicher ein Kleber ist, desto leichter legt er sich an die Daumenstruktur an und kann so schnell eine vergleichsweise hohe Anfangsfestigkeit erreichen. Diese Kleber werden dann häufig als gut klebend eingeschätzt.

Aber Vorsicht! Genauso schnell wie der Kleber in die Daumenstruktur eingedrungen ist, kann er wieder herausfließen das gleiche Prinzip, wie wir es vom Honig kennen. Honig haftet schnell an einem Löffel, fließt aber durch sein Eigengewicht wieder ab, bis nur noch ein dünner Film auf dem Löffel zurück bleibt. Dieser Test ist ungeeignet, um die Qualität eines Klebers zu testen. Ebenso ungeeignet ist der zweite geläufige Test, bei dem das Klebeband auf einen Untergrund aufgeklebt und nach kurzer Zeit kräftig wieder abgezogen wird. Auch dieser Test ermöglicht keine Aussage bzgl. der Dauerhaftigkeit einer luftdichten Verklebung.

Tatsächliche Belastung auf der Baustelle: Die Klebeverbindung wird über Jahre mit geringen Kräften belastet. Daher ist eine ausreichende kohäsive Festigkeit wichtig.

Auf der Baustelle wirken andere Kräfte in der Regel lang anhaltende geringe Zugkräfte. Ein Test, der eine gute Einschätzung der Widerstandskraft von Klebebändern gegen diese Kräfte geben kann, ist der statische Schertest. Dazu wird ein Klebeband auf eine Folie geklebt und auf Abscheren mit einem Gewicht von 200 g auf einer Fläche von 10 cm² belastet. Weiche Kleber beginnen bald der Belastung nachzugeben und das Gewicht fällt ab. Bei einem Test mit 47 verschiedenen Klebebändern über eine Dauer von 2 Jahren versagten im Testzeitraum 40 der Verklebungen. Nur 7 Bänder konnten der Last widerstehen. Weiterlesen

Sichere Baustellen mit INTELLO: Hydrosafe für optimalen Bauteilschutz

Jeder will eine sichere Baustelle und Sicherheit ist nicht nur bei der Arbeitssicherheit – also für die Menschen angesagt, sondern auch für die Konstruktion. Und wer ein Gebäude plant, baut oder bewohnt, möchte, dass möglichst keine Bauschäden entstehen, der nimmt am Besten eine Dampfbremse mit passendem Hydrosafe Wert.

Ein passender Hydrosafe-Wert ist also der Schlüssel für eine bauschadensfreie Konstruktion. Und die pro clima INTELLO hat den optimalen Hydrosafe-Wert.

Michael Förster erklärt in den Videos, was Hydrosafe konkret bedeutet und warum mit einer feuchtevariablen Dampfbremse mit dem richtigem Hydrosafe-Wert Winterbaustellen kein Problem mehr sind.

 

Sie wollen lieber lesen anstatt schauen? Hier haben wir Michael Förster interviewt und die Antworten schriftlich zusammengefasst:

Michael, was ist Hydrosafe und warum soll ich mich überhaupt mit diesem Begriff beschäftigen?

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Außendichtung bei Gebäuden: Pflicht oder Kür?

Durch die Fugen von Dacheindeckungen kann Wasser in die Dachkonstruktion eindringen. Das kann z. B. Regen unter Winddruck oder Schmelzwasser sein oder kurzfristig bei Bruch einzelner Dachziegel/-steine passieren. Um dieses Wasser sicher abzuleiten, brauchen schuppenförmige Dachdeckungen eine zweite wasserführende Ebene.
Als allgemein anerkannte Regel der Technik formuliert das Regelwerk des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) sogenannte regensichernde Zusatzmaßnahmen, die in Abhängigkeit der jeweils bestehenden Anforderungen erforderlich werden können.

Dazu haben wir neulich im pro clima TV Studios ein paar Informationsvideos gedreht:

Bei weiteren Fragen zur Aussendichtung, hilft die pro clima Technik-Hotline weiter:
https://de.proclima.com/service/technikhotline; E-Mail: technik@proclima.de; Tel: 06202/2782-45

Alle Seminare der pro clima Wissenswerkstatt: proclima.de/seminare
Die Broschüre „Regensichernde Zusatzmaßnahmen mit pro clima Bahnen nach ZVDH” als PDF: hier.

Über mich:
Ich bin seit mehr als 15 Jahren bei pro clima und leite die pro clima Anwendungstechnik:
Ich schätze das Arbeiten mit dem Werkstoff Holz. Nachdem ich Zimmerer gelernt und als Geselle gearbeitet hatte, wollte ich mich noch mehr mit Konstruktionen beschäftigen. Daher habe ich Bauingenieurwesen in Hannover studiert. Weiterlesen