Oxfam-Trailwalker 2012: Interview mit 100 Kilometer-Läufer Günter Bergmann

Mannem Alpini 2011

Mannem Alpini 2011

Am 8. September 2012 startet Günter Bergmann aus Mannheim mit den Mannem Alpinis den 100 Kilometer-Oxfam-Trailwalker  im Harz.  Obwohl Günter Bergmann die Natur und Bewegung liebt, sind für den 53-Jährigen 100 Kilometer in 30 Stunden eine Herausforderung. In dem Interview erklärt der pro clima-Techniker, warum er überhaupt mitmacht und verrät ein paar Strategien, wie man so einen Lauf physisch und psychisch gut übersteht.

Leiden Sie gerne oder warum machen Sie bei dem 100 Kilometer-Oxfam-Trailwalker mit?

Günter Bergmann: Vergangenes Jahr hat das Mannem Alpini Team beim Oxfam Trailwalker  bereits 4500€ gesammelt: Wir sind für Schulen, Bildung und damit auch für mehr Demokratie und Gerechtigkeit in den Entwicklungsländern gelaufen.

Da wir letztes Jahr schon gelaufen sind, haben wir mehr Erfahrung und Kontakte. Dieses Jahr nicht zu laufen wäre, wie einen Apfelbaum nicht zu schütteln. 100 Kilometer laufen kann jeder halbwegs Gesunde– er muss sich nur gut vorbereiten. Dann sind die Schmerzen auch nicht so groß.

Besteht Ihr Team aus erfahrenen Sportlern und haben es vergangenes Jahr alle bis zum Ziel geschafft?

2012 starten wir mit zwei Teams: Mannem Alpinis 1 und Mannem Alpinis 2. Zu jedem Läuferteam gehören mindestens zwei Supporter, die uns mit Nahrung, Wechselkleidung und Medikamenten versorgen.  Die meisten wandern gern ihrer Freizeit, die Hälfte startet zum ersten Mal bei einem 100 Kilometer-Lauf. Einer meiner Teamkollegen musste letztes Jahr abbrechen, ist dieses Jahr trotzdem wieder dabei: Dieses Mal hat er sich anders und intensiver auf die Strecke vorbereitet.

Halten denn die Solen der Wanderschuhe die ganzen 100 Kilometer durch?

Von der Qualität her ist das gar kein Problem. Sonst müsste man alle 100 Kilometer neue Schuhe kaufen. Ich selbst wechsele aber meine Schuhe. Die Trecking-Tour besteht in den ersten Kilometern hauptsächlich aus Asphalt. Daher werde ich mit meinem Joggingschuhen starten. Erst ab etwa 12 Kilometer schlüpfe ich dann in stabilere Wanderschuhe. Während der Strecke werde ich jedoch mehrmals die Schuheinlagen wechseln – so fühlt sich das Laufen besser an.

Wie oft pausieren Sie während der 100 Kilometer-Strecke?

Langes Pausieren oder sich zu lange zu setzen, hilft nicht unbedingt. Da werden die Beine eher dick – die Muskulatur verhärtet sich dadurch. Meistens halten wir zwischen zehn und zwanzig Minuten an den Versorgungsstationen an und essen im Stehen.

Was machen Sie alles in der Pause?

Meistens trinkt man nur, isst etwas und wechselt die verschwitzten Klamotten. 2011 habe ich bei Kilometer 60 geduscht – das war kurz vor dem Eintritt in die Nacht. Das hat mich wieder wacher und fitter gemacht.

Vergangenes Jahr sind Sie 23 Stunden und 45 Minuten gelaufen. Wurden Sie da nicht müde?

Vor allem wenn es dunkel wird, ist es besonders schwierig. Bei einem breiten Weg habe ich auch mal kurz  meine Augen geschlossen und bin ein paar Meter quasi blind weitergelaufen.

Was hilft dabei, durchzuhalten?

Der Wille, es schaffen zu wollen. Und zu wissen, das eine Menge Leute einen mit ihren Gedanken und Spenden unterstützen. Wir wissen, dass unser Fanclub und unsere Unterstützer die  Route am Computer mitverfolgen, da jedes Team einen GPS-Tracker mitführt.

Wollen Sie dieses Jahr die Zeit von 2011 (23h 45 min) unterbieten?

Dieses Jahr sind wir mit zwei Teams besser aufgestellt, wir sind auch gut vorbereitet. Wir haben den ganzen Winter durchtrainiert: mit längeren Wanderungen. Im April sind wir auch bei dem Pfälzer Königsweg (50 Kilometer, 2500 Höhenmeter)  angetreten: Ein Team war einer der ersten.  Obwohl wir alle einen sportlichen Ehrgeiz haben, kommt es uns dennoch nicht auf die Zeit an. Unsere Priorität ist es, dass alle Teilnehmer am Ziel ankommen.

Wie bereiten Sie sich auf den Oxfam-Trailwalker vor?

Als Team wandern wir jeden Monat – und das seit vergangenem Herbst. Wir versuchen regelmäßig  eine 25 Kilometer-Strecke zu absolvieren. Unabhängig davon trainiere ich meine Kondition, indem ich regelmäßig schwimme, Rennrad fahre und jogge. Vergangen Monat habe ich in Nepal verbracht: da bin ich insgesamt 300 Kilometer gelaufen. Daher ist meine Kondition gerade ganz gut. Trotzdem darf ich natürlich nicht nachlassen.

Wo kann gespendet werden?

Man kann direkt online, über die Homepage von Oxfam spenden:

 Per Überweisung und Lastschrift kann auch gespendet werden. Dazu diesen Flyer (hier als PDF-Dokument) ausdrukcen, ausfüllen und dann an Oxfam schicken.

 

Hintergrund:  Oxfam Deutschland e.V.

Was ist der Oxfam Trailwalker?

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