100 Jahre Zimmerei Kiener: „Das Schönste überhaupt, wenn der Bauherr sagt, dass er sich wohl fühlt.“ – Vorausdenken als Erfolgsrezept

pro clima gratuliert zum 100-jährigen Bestehen: Zimmermeister Christian Stadler (pro clima Fachservice Bayern) war auf der Feier dabei. Dr. Gabriele Kiener führt seit 1987 das Familienunternehmen. Sohn Max (rechts) besucht gerade die Meisterschule.

Mit acht Jahren hat sie zum ersten Mal ein Aufmaß gemacht und hatte danach tagelang die Befürchtung, dass der Dachstuhl zusammenbrechen könnte: „Mein Vater hatte einen Strich auf den Boden gezeichnet. Darauf sollte ich das Maßband anlegen, um die Distanz zu messen. Mein Dilemma: der Strich auf dem Boden war jedoch viel dicker als die Markierung auf dem Metermaß. Das hat mich ganz schön in Aufregung versetzt“, erzählt Dr. Gabriele Kiener und lacht. Alle Konstruktionen, die die bayerische Zimmerei Kiener gebaut hat, sind bis heute nicht kollabiert – und immerhin besteht das Unternehmen seit 100 Jahren. Dr. Gabriele Kiener leitet seit 1987 den Familienbetrieb in dritter Generation.

Vorausdenken, Qualität und Motivation – Dr. Gabriele Kiener hat in den vergangenen Jahrzehnten die Zimmerei stetig weiterentwickelt, neue Geschäftsfelder entfaltet und Schwerpunkte gesetzt. Mit fünf Mitarbeitern baut die Zimmerei Dachstühle, erweitert Wohnflächen mit Aufstockungen in Holzrahmenbauweise und verbessert die Energieeffizienz von Gebäuden mit Sanierungen.

Kommunikation und Schulungen für bessere Qualität

„Damit alle gut arbeiten können ist es für mich wichtig, dass offen und ehrlich miteinander umgegangen wird. Keiner soll sich überfordert fühlen oder sich überschätzen. Daher besprechen wir viel miteinander“, erläutert Kiener ihre Firmenphilosophie. Regelmäßige externe Schulungen und betriebsinterne Weiterbildungen gehören dabei zum Konzept der Zimmerei: Je besser die Mitarbeiter informiert sind, desto sicherer arbeiten sie, so der Grundgedanke.

Eine der ersten Frauen, die „Zimmermann“ lernte

Kiener gehört zu den ersten Frauen in Bayern, die den Beruf des Zimmermanns erlernt hat. Ihr Anliegen ist es, traditionelles Handwerk mit moderner Technik zu verbinden: „Inzwischen gibt es Abbundmaschinen, die traditionelle Zimmermannsverbindungen fertigen, die bezahlbar sind. Das zeigt, dass Tradition und Moderne kein Widerspruch sein müssen“, sagt Kiener, die nach ihrer Zimmermannsprüfung im elterlichen Betrieb die Staatsbauschule in München besuchte, um Grundlagen der Statik, Bauphysik und Materialkunde zu studieren. Nach ihrem Vordiplom wechselte sie an die Technische Universität Berlin, um ein Architekturstudium mit Promotion abzuschließen.

„Durch mein Studium weiß ich, was ich architektonisch will und wie ich es umsetzen kann“, sagt Kiener – was sie auch auszeichnet ist ihr Weitblick: „Wir haben uns immer den Herausforderungen gestellt und versucht, den Trends einen Schritt voraus zu sein. So haben wir beispielsweise früh auf Holzrahmenbau gesetzt.“ Als ein Weg der Präsentation hat Kiener bereits 2002 einen eigenen Homepageauftritt kreiert und programmieren lassen: „Unsere Bauherren kommen heute nicht mehr aus Emmering, sondern aus dem Internet.“

Deutscher Holzbaupreis 1992

Die Ästhetik, Innovation und Qualität der Zimmerei Kiener wurde 1992 mit dem Deutschen Holzbaupreis unterstrichen: Die Zimmerei hatte ein Haus in Holzrahmenbauweise, mit dünnem Holz, nach amerikanischen Vorbild gebaut: „Innen haben wir das Gebäude mit Birkenplatten verkleidet, außen besteht es aus heimischer Lärche. Das Pultdach ist begrünt“, erklärt Kiener, „ Der Preis hat uns besonders gefreut, weil er damals zum ersten Mal an ein sehr kleines Haus vergeben wurde.“ Ihr Lieblingsprojekt ist es dennoch nicht, denn: „„Mein Herzblut hängt immer am aktuellen Projekt. Das Schönste überhaupt ist für mich, wenn der Bauherr sagt, dass er sich wohl fühlt.“

Seit den 90er Jahren: Luftdichtung nur mit pro clima

„Als wir in den 90er Jahren erfuhren, dass wir für eine sichere Dämmkonstruktion Luftdichtungsbahnen brauchen, habe ich einige Schulungen und Fortbildungen besucht, um etwas Vernünftiges zu finden“, erzählt Kiener. Auf einer der Seminare traf sie Lothar Moll, pro clima Gründer, Geschäftsführer und Erfinder der ökologischen und bauschadenssicheren Luftdichtungsbahnen.

Kiener: „Wir arbeiten inzwischen nur noch mit pro clima Produkten – bei Sanierungen setzen wir DASATOP ein, bei Verklebungen TESCON VANA und ORCON F, bei Außendichtungen verlegen wir die SOLITEX Bahnen“.

Die vierte Generation Kiener arbeitet bereits heute mit

Kieners Sohn Max arbeitet auch im Familienunternehmen mit. Der 26-Jährige besucht derzeit die Meisterschule. „Ich übertrage ihm jetzt schon Aufgaben, wo er richtig ran muss“, sagt Kiener, „wenn er fertig ist, werde ich mich nach und nach ausklinken. Er ist sowieso der geborene Zimmermann, schon als kleiner Junge hatte er die Taschen voller Nägel und hat sich handwerklich ausgetobt“, erzählt Kiener und lacht. Kiener selbst wird dann mehr Zeit haben, um ihren Hobbys nachzugehen: Kunstgeschichtliche Erkundungen von Städten und Pflege des häuslichen Gartens.

Herzlichen Glückwunsch zum 100-jährigen Bestehen und alles Gute für die Zukunft!
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