Sicheres Feuchtemanagement für Flachdächer in Holzbauweise

Diskurs 1
Die frühere, einfache Denk- und Arbeitsweise: Wenn aussen dicht, dann
innen dicht, ist heute nicht mehr gültig. Heute sind wir konfrontiert mit anderen Regelungen, welche sich erst noch einprägen müssen, damit alles wieder einfach, greifbar und umsetzbar wird. Bis dahin gilt es die entsprechende Aufmerksamkeit und

Achtsamkeit mitzubringen. Wenn man sich der Auswirkungen von Planung und Ausführung bewusst ist, dann ist tatsächlich alles einfach und klar. Beim Flachdach stellen sich mehrere Fragen: In welchem Rahmen bewege ich mich mit meiner Konstruktion? Was macht eine Konstruktion sicher? Welche Konstruktionen bergen Risiken in sich? Wie geht man mit Risiken beim Feuchtemanagement um?

Neue Regeln in DIN 68800-2 oder 100 Meter versus Feuchtevariabilität

Nachweisfreies Flachdach

Nachweisfreie Flachdachkonstruktion nach DIN 68800-2: Legende: 1 – diffusionsdichte Dachabdichtung 2 – Holzschalung oder Holzwerkstoffplatte 3 – faserförmiger Gefachdämmstoff in Konstruktionsebene 4 – feuchtevariable Dampfbremse, z.B.: pro clima INTELLO 5 – diffusionsoffener Innenausbau

Die zulässigen Feuchtegehalte für Holz und Holzwerkstoffe werden in unterschiedlichen Normen beschrieben. Für die wärme- und feuchtetechnische Bemessung eines Bauteils wird in der Regel die Normenreihe DIN 4108 – Wärme-schutz und Energieeinsparung
in Gebäuden – heran gezogen. Dort erfolgt die Berechnung von Wärme- und Feuchteschutz nach dem Glaserverfahren. Die Grenzwerte für die Feuchte sind dort für Holz (≤ 20%) und Holzwerkstoffe (je nach Nutzungsklasse, ≤ 18%) geregelt.

Eine Bemessung des Bauteils ist nicht in jedem Fall erforderlich. Bis zur Veröffentlichung der aktuellen  Ausgabe im November 2014 fand man in DIN 4108-3 auch für unbelüftete Flachdächer mit äußerer Abdichtung nachweisfreie Konstruktionen.Nachweisfrei galten bisher unbelüftete Konstruktionen wenn sie mit einer inneren diffusionshemmenden Schicht mit sd-Wert ≥ 100 m ausgeführt wurden. Die Neufassung der DIN 4108-3, 2014-11, kennt diese Definition nicht mehr. Die übliche unbelüftete Ausführung mit Vollsparrendämmung ohne Hinterlüftung wird dort zur nachweispflichtigen Konstruktion.

Welche Konstruktionen gelten heute als nachweisfrei?

Neu werden unbelüftete Konstruktionen nachweisfrei in DIN 68800-2, 2012-02, beim konstruktiven Holzschutz definiert. Was gemäß DIN 4108-3 mit der früheren Definition
»100 m« nachweisfrei war, hat in der Bauwirklichkeit zu Bauschäden geführt. Dies haben sich die »Hölzernen« schon seit längerem zu Herzen genommen und erforscht. Schon 2008 wurde durch den Informationsdienst Holz mit der Broschüre zu Flachdächern in Holzbauweise darüber informiert, dass die 100 m nicht mehr Stand der Technik waren. Zahlreiche Forschungsvorhaben sind im Bereich Holzbau und Flachdach durchgeführt worden und haben neue Erkenntnisse erbracht. In unterschiedlichsten Veranstaltungen und Publikationen wurden die Ergebnisse diskutiert und veröffentlicht. Vieles aus der Forschung und Gutachterpraxis ist
dann in die Novellierung der Holzschutznorm eingeflossen. »Nachweisfreie« Konstruktionen für die unbelüfteten Flachdächer kennt heute nur die DIN 68800-2. Der Holzschutz kennt jedoch nur den Bezug zum Material und dessen Ausgleichsfeuchte
im Umgebungsmilieu. Mit der Ausgleichsfeuchte wird das Material in die entsprechende Gebrauchsklasse (früher Gefährdungsklasse) eingeordnet. In diesem Sinne sind Bauteile nachweisfrei, deren Hölzer in die GK0 (Gebrauchsklasse 0 – kein chemischer
Holzschutz erforderlich) eingeordnet werden können. Im Hinblick auf die Bauteilsicherheit stellt DIN 68800-2 sogar noch höhere Anforderungen als DIN 4108-3.

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Normgerecht luftdicht: DIBt-Zulassung für pro clima INTELLO, INTELLO PLUS und DB+

Zulassung

Das Deutsche Insitut für Bautechnik (DIBt) hat erstmals feuchtevariable Dampfbrems- und Luftdichtungsbahnen zugelassen: pro clima INTELLO, INTELLO PLUS und DB+

Mit pro clima INTELLO, INTELLO PLUS und DB+ hat das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) erstmals feuchtevariable Dampfbrems- und Luftdichtungsbahnen zugelassen: Mit dem von der DIN 68800-2 geforderten bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis ist es nun möglich außen diffusionsdichte Konstruktionen normgerecht auszuführen. Die bislang einzige DIBt-Zulassung dieser Art steht zugleich für die hohe Qualität der intelligenten pro clima Bahnen, die maximale Sicherheit vor Bauschäden und Schimmel bieten.

pro clima INTELLO, INTELLO PLUS und DB+, einsetzbar für Bahnen-, Metall-, Grün- und Kiesdach sowie diffusionsdichtes Steildach, funktionieren nach dem Prinzip einer klimagesteuerten Membran: Raumseitig aufgebracht, ändern die Dampfbrems- und Luftdichtungsbahnen je nach Jahreszeit und Umgebungsfeuchte ihre Molekularstruktur. Der Diffussionswiderstand passt sich aktiv an: Im Winter schützen die Vliesbahnen die wärmgedämmte Konstruktion gegen Feuchte von innen, im Sommer lassen sie Wasserdampf entweichen und ermöglichen eine sichere Austrocknung nach innen. Unvorhergesehen auftretende Feuchtigkeit trocknet somit immer wieder aus dem Bauteil heraus.

Die aktuelle DIN 68800-2 behandelt die „Konstruktionsprinzipien für Außenbauteile, bei denen die Bedingungen der Gebrauchsklasse 0 erfüllt sind“. Gefordert ist dabei ein bauaufsichtlicher Verwendbarkeitsnachweis für feuchtevariable diffusionshemmende Schichten, die raumseitig eingesetzt werden. Mit der DIBt-Zulassung dürfen die pro clima INTELLO, INTELLO PLUS und DB+ nun sowohl in Konstruktionen eingesetzt werden, die auf Außenseite diffusionsoffen sind, als auch in Bauteilen, die außen diffusionsdichte Bauteilschichten aufweisen, wie z.B. Metalleindeckungen oder Abdichtungsbahnen auf Schalungen. Die Bauteile lassen sich damit – wie vorgeschrieben – ohne weiteren chemischen Holzschutz realisieren.

„Damit haben Planer und Verarbeiter endlich Sicherheit bei der Realisierung von nach außen diffusionsdichten Konstruktionen“, sagt Michael Förster, Leiter der pro clima Anwendungstechnik.

PM_DIBt Zulassung für pro clima INTELLO und DB+02

Intelligente pro clima Membranen sind in ihrer Diffusionscharakteristik so eingestellt, dass auch bei erhöhter, mittlerer Luftfeuchtigkeit von 70% eine sichere, dampfbremsende Wirkung gegeben ist.

Mit dem allgemeinen bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis ist die Fremdüberwachung der technischen Eigenschaften verbunden. So werden Funktion und Qualität der Bahnen unabhängig fortlaufend geprüft und sichergestellt. Das bietet zusätzliche Sicherheiten bei Planung und Ausführung von Konstruktion mit den feuchtevariablen pro clima Dampfbrems- und Luftdichtungsbahnen.

Mehr Informationen zur Zulassung, zu den pro clima Produkten und Systemen:
pro clima Technik Hotline
technik@proclima.de
Tel: 06202/2782-45

Bilder zur Pressemitteilung:
https://picasso.moll-group.eu/gallary/main.php/v/pub/presse/2016/PM+DBIt+Zulassung/

Die Pressemitteilung als PDF:
PM_DIBt Zulassung INTELLO, INTELLO PLUS und DB+

Pressekontakt:
Heide Gentner
heide.gentner@proclima.de
Tel: 06202/2782-56