(Serie) Winddichtung außen: Zusatzmaßnahmen mit pro clima Bahnen nach ZVDH

Regensichernde Zusatzmaßnahmen bei Dacheindeckungen

Zuordnung von regensichernden Zusatzmaßnahmen bei Dacheindeckungen aus Dachziegeln oder Dachsteinen mit pro clima Winddichtungsbahnen nach ZVDH

Durch die Fugen von Dacheindeckungen kann Wasser in die Dachkonstruktion eindringen. Das kann z. B. Regen unter Winddruck oder Schmelzwasser sein oder kurz­fristig nach Bruch einzelner Dachziegel/-­steine passieren. Um dieses Wasser sicher abzuleiten, brauchen schuppenförmige Dachdeckungen eine zweite wasser­führende Ebene.

Als allgemein anerkannte Regel der Technik, formuliert das Regelwerk des Zentralverbandes des deutschen Dach­deckerhandwerks (ZVDH) sogenannte regensichernde Zusatzmaßnahmen die in Abhängigkeit der jeweils bestehenden Anforderungen erforderlich werden können.

Welche regensichernde Zusatzmaßnahme erforderlich wird, ergibt sich

  • aus dem Unterschied zwischen der tatsächlichen Neigung des Daches und der sogenannten Regeldachneigung (RDN) der jeweiligen Dacheindeckung
  • sowie der Anzahl der sogenannten zusätzlichen erhöhten Anforderungen.

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(Serie) Winddichtung außen: Behelfsdeckung richtig planen

Eine Behelfsdeckung dient dem temporären Witterungsschutz der Dachkonstruktion während der Bauzeit. Behelfs­deckungen können bei besonders schützenswerten Konstruktionen (z. B. ausgebautes Dachgeschoss) erforderlich sein. Behelfsdeckungen können durch Abplanen, Einhausen oder durch regensichernde Zusatzmaßnahmen (Unterspannungen, Unterdeckungen oder Unterdächer) geschaffen werden.

Zu beachten ist, dass ganz allgemein eine Behelfsdeckung nicht die Regensicherheit bieten kann, wie ein fertig eingedecktes Dach in Einheit mit einer regensichernden Zusatzmaßnahme darunter. Das hängt z. B. damit zusammen, dass Anschlüsse nur behelfsmäßig hergestellt werden können und Nageldurchdringungen in der wasserführenden Ebene vorhanden sind. Die Regenbelastung der Behelfsdeckung ist ungleich höher, als später die der regensichernden Zusatzmaßnahme im eingedeckten Zustand. Die Behelfsdeckung stellt also bestimmungsgemäß eine behelfsmäßige Maßnahme während der Bauzeit dar. Weiterlesen

(Serie) Winddichtung außen: Was ist bei Schieferdeckungen zu beachten?

Kompliziertes Schieferdach mit zwei Giegelgauben

Unterhalb von Schieferdeckungen ist eine sogenannte Vordeckung vorzusehen. Eine Vordeckung ist eine regen­sichernde Zusatzmaßnahme, die auf einer Schalung verlegt wird, auf der später direkt eine Dachdeckung befestigt wird.

Per Definition endet die regensichernde Funktion der Vordeckung mit dem Zeitpunkt der Dacheindeckung, da die Vordeckung hierbei durch Befestigungsmittel perforiert wird.

Wurden in der Vergangenheit oft bituminöse Vordeckbahnen verwendet, so kommen heutzutage verstärkt diffusionsoffene Unterdeckbahnen als Vordeckung zum Einsatz. Großer Vorteil dieser Bahnen ist die Dampfdurchlässigkeit im Gegensatz zu stark dampfbremsenden Bitumenbahnen, was hinsichtlich des Tauwasserschutzes deutlich mehr Sicherheit bietet. Weiterhin gestaltet sich die Verarbeitung von Kunststoff-­Unterdeckbahnen aufgrund besseren Handlings und größerer Rollenbreite deutlich einfacher, als bei der Verwendung von schweren und steifen Bitumen­bahnen.

Entsprechend ZVDH­-Fachregeln für Dachdeckungen mit Schiefer, gelten bei den jeweiligen Deckungsarten folgende Regeldachneigungen: Weiterlesen

(Serie) Winddichtung außen: Maßnahmen bei Metalleindeckungen

Windsicherung außen: Metalldeckungen

Metalleindeckungen werden grundsätzlich unterschieden in:

  • selbsttragende Metalldeckungen (Blech mit z. B. Well-­ oder Trapezprofil, die auf linienförmigen Auflagern aufgebracht werden) und
  • nicht selbsttragende Metalldeckungen (vollflächig auf einer tragfähigen Deckunterlage aufliegend).

Selbsttragende Metalldeckungen

Unterschieden wird zwischen:

  • großformatigen Elementen und
  • kleinformatigen Elementen (Größe ≤ 0,4 m2 und Gewicht ≤ 5,0 kg).

Über ausgebauten Dächern ist prinzipiell eine regensichernde Zusatzmaßnahme zum Schutz der Wärmedämmung vor abtropfendem Kondensat, Flugschnee und windeingetriebenem Regen vorzusehen. Weiterlesen

(Serie) Winddichtung außen: Einsatz von Faserzement-Wellplatten

Regeldachneigungen in Abhängigkeit von der Entfernung Traufe–First

Wellplatte Entfernung Traufe-First Regeldachneigung
Standardwellplatte ≤ 10 m ≥ 9°
< 10 bis 20 m ≥ 10°
< 20 bis 30 m ≥ 12°
< 30 m ≥ 14°
Kurzwellplatte ≤ 10 m ≥ 15°
< 10 bis 20 m ≥ 17°
< 20 bis 30 m ≥ 19°
< 30 m ≥ 20°

Eine Unterschreitung der Regeldachneigung ist bei Standardwellplatten um 2°, bei Kurzwellplatten um 5° ist möglich, wenn in der Höhenüberdeckung eine Dichtschnur (Kittschnur) eingelegt wird. Eine weitere Unterschreitung ist nur mit einem wasserdichten Unterdach (z. B. mit pro clima SOLITEX WELDANO) möglich. Die Mindestdachneigung von 5° darf nicht unterschritten werden. Weiterlesen

(Serie) Winddichtung außen: Regeldachneigung der Dacheindeckung beachten

Regeldachneigung der Dacheindeckung

Die Regeldachneigung ist die unterste Neigung, bei der eine Dacheindeckung als regensicher gilt. Bei Unterschreitung sind entsprechende Zusatzmaßnahmen vorzusehen. Angaben zur Höhe der Regeldachneigungen sind dem ZVDH­ Regelwerk oder den jeweiligen Herstellerangaben zu entnehmen. Zu beachten ist insbesondere bei den Herstellerangaben der Unterschied zwischen Regeldachneigung und Mindestdachneigung – maßgebend ist die Regeldachneigung!

Oft wird jedoch die Mindestdachneigung (z. B. bei Ausführung eines wasserdichten Unterdaches) angegeben bzw. beworben. Weiterlesen

Fensteranschlüsse sicher planen und ausführen

Das Konstruktionsprinzip – auf den Anschluss kommt es an

Fensteranschluss Konstruktionsprinzip

Die Logik der drei Funktionsebenen

1. Funktionsbereich: Fugendämmung

Auf kleinstem Raum reduziert müssen in der Fuge sämtliche Leistungen von Wand und Fenster realisiert werden. Unzulänglichkeiten, Lücken oder Fehlstellen in diesem Bereich wirken sich unmittelbar auf den Wärme- und Schallschutz aus. Die volle Leistung kann nur mit einer richtig abgedichteten und voll gedämmten Fuge erreicht werden. Die Fuge bestimmt die Qualität der gesamten Gebäudehülle mit. Sie ist die schmale Trennung vom Innen- gegenüber dem Außenklima. Sie muss vor Witterung geschützt, trocken und luftdicht bleiben. Wird die Qualität der Fuge und deren Dämmung vernachlässigt, können kalte und/oder feuchte Oberflächen und damit Bauschäden und Schimmel die Folge sein. Weiterlesen

(Fachartikel): Praxisgerechte Lösungen für Durchdringungen

Der wichtigste Grundsatz bei der Planung von Durchdringungen lautet: vermeiden. Jede Durchdringung birgt die Gefahr, dass Leckagen entstehen oder bleiben. Somit bietet sich an, Installationen (Kabel, Rohre etc.) raumseitig der Luftdichtheitsebene zu verlegen. Sind Durchdringungen nicht zu vermeiden, gibt es vorgefertigte Detaillösungen und praktische Verarbeitungstipps mit denen die Luftdichtheit einfach, effizient und sicher herzustellen ist.

Die DIN 4108-7 schreibt dazu: „Die Luftdichtheitsschicht ist sorgfältig zu planen, auszuschreiben und auszuführen.“ Das beinhaltet auch die gewissenhafte Planung und Ausführung jedes einzelnen Details wie z.B. Durchdringungen der Luftdichtheitsebene. Und wer vorher plant, hat es auch später auf der Baustelle einfacher. Denn für viele schwierige Anschlusssituationen gibt es auch vorgefertigte Lösungen.

Kabel- und Rohrdurchdringungen

Manschetten für Kabel oder Rohre sind einfach und schnell montiert, sofern die Kabel bzw. Rohre noch nicht angeschlossen sind und eine Manschette über sie geschoben werden kann. Ein dehnbares Material dichtet zum Kabel bzw. Rohr hin ab und muss in der Regel nicht mit diesen verklebt werden. Somit ist ein nachträgliches Schieben der Installationen möglich. Zur luftdichten Ebene hin wird die Manschette fest verklebt.

Sicherer Anschluss, schnelle und einfache Dichtung innen und außen mit vorgefertigter Rohrmanschette

Sicherer Anschluss, schnelle und einfache Dichtung innen und außen mit vorgefertigter Rohrmanschette. Verarbeitungshinweise: http://www.wissenwiki.de/Verarbeitung_(ROFLEX_30-300)

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„Aufgedacht“ – Luftdichtung bei Dachaufbauten mit Aufdachdämmung

Die Details sind die Herausforderung!

Gerade bei energetischen Dachsanierungen aber auch im Neubau wird gerne mit Aufdachdämmung gearbeitet. Die einfache Verarbeitung in der Fläche täuscht jedoch oftmals über die anspruchsvollen Anschlussdetails hinweg. Hier gilt es einiges zu beachten und vorab zu planen!

Neben dem Austausch von Fenstern und der nachträglichen Wärmedämmung der Außenwände, ist die Dachsanierung samt Austausch / Erneuerung der Dämmebene eine verbreitete und effiziente Maßnahme zur energetischen Ertüchtigung von Bestandsgebäuden. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, die Wärmedämmebene anzuordnen – zwischen den Sparren, auf dem Dach oder als Kombination beider Varianten. Relativ häufig wird eine Dämmung vorgesehen, die ausschließlich oder zumindest zum größten Teil im Aufdachbereich aufgebracht wird. Auch in Neubauten wird mit Aufdachdämmung gearbeitet, z.B. dann wenn die Tragkonstruktion des Daches später sichtbar bleiben soll. Ein Faktor für die Entscheidung zur Aufdachdämmung, ist die einfache Verarbeitung des Dämmstoffes, da großformatige Platten vollflächig, schnell und damit wirtschaftlich verlegt werden können. Weiterlesen