Luftdichtung bei der Dachsanierung: einschlaufen oder flächig aufs Dach?

Werden Steildächer von außen energetisch saniert, stellt sich die Frage, wie und wo Wärmedämmung und Luftdichtung optimalerweise einzubauen sind.

Prinzipiell gibt es mehrere Möglichkeiten: Die Wärmedämmung kann als Zwischensparren- oder Aufdachdämmung verbaut werden oder als Kombination aus beiden.

Reine Aufdachdämmung mit Dampfbremse

Eine reine Aufdachdämmung bietet den Vorteile der einfachen Verlegung von druckfesten Dämmplatten auf dem Dach. Die Luftdichtung bzw. Dampfbremse kann genauso einfach eben verlegt werden. Geeignete, freibewitterbare Bahnen können aufgrund der ebenflächigen Verlegung einen sicheren Regenschutz während der Bauzeit bieten.
Nachteil der Aufdachdämmung ist die zusätzlich erforderliche Aufbauhöhe und der hinsichtlich des Wärmeschutzes ungenutzte Sparrenzwischenraum.

Zwischensparrendämmung mit schlaufenförmige Verlegung, die Sub-and-Top-Variante.

Bei Sanierungen mit Zwischensparrendämmung, hat sich die Sub-and-Top oder auch schlaufenförmige Verlegung von außen bewährt. Dabei wird eine Dampfbremsbahn von außen über die Sparren gelegt und dazwischen in den Gefachbereichen auf die Rückseite der vorhandenen Innenbekleidung geführt. Dazu sind spezielle, z.B. feuchtevariable Dampfbremsen erforderlich, die auf der Kaltseite Feuchtigkeit zügig nach außen entweichen lassen. Vorteil dieser Variante ist z.B. dass eine Aufdachdämmung nicht zwingend erforderlich ist. Dies kann z.B. bei begrenzter Aufbauhöhe relevant sein. Weiterlesen

Das Känguru fragt: Wie funktioniert Feuchtevariabilität?

Das Känguru fragt nach und pro clima Techniker stehen Rede und Antwort zu kniffligen Bauphysik-Themen:header_kaenguru_blog_feuchtevariabilitaet

Feuchtevariable Dampfbremsbahnen können ihren Diffusionswiderstand den Jahreszeiten entsprechend optimal einstellen. So sind sie im Winter diffusionsdichter und schützen die Bauteile vor eindringender Feuchte. Demgegenüber sind sie im Sommer diffusionsoffen und bietem somit bestmögliche Rücktrocknungsbedingungen.
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Feuchtevariable Bahnen reagieren auf die Umgebungsfeuchte
Die winterliche Umgebungsfeuchte einer im Bauteil verbauten Dampfbremse liegt bei wohnüblicher Raumnutzung im Mittel bei ca. 40 %. Das ist relativ trocken.
Dennoch richtet sich der Diffusionsstrom vom warmen Innenraum, durchs Bauteil, zur effektiv noch trockeneren und kalten Außenluft. Ein hoher Dampfwiderstand auf der Bauteilinnenseite bremst bzw. stoppt die Feuchtewanderung, die beim Weg zu den kalten Aussenschichten kondensieren würde und schützt somit die Konstruktion vor dem anderenfalls ausfallenden Tauwasser.
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Das Känguru fragt: Muss man Tackerklammern überhaupt abkleben?

Das Känguru fragt nach und pro clima Techniker stehen Rede und Antwort zu kniffligen Bauphysik-Themen:
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Christoph Böhringer, pro clima Anwendungstechniker:
“Hallo Känguru, schön, dass du fragst, denn ich bin der Meinung, dass es immer besser ist vorher zu fragen. Na ja, was soll ich Dir sagen, es ist wie so oft: Es kommt darauf an! Halt, noch einfacher: Grundsätzlich nein, aber…

Wenn wir uns zuerst die Norm anschauen (da müssen wir in die DIN 4108-7 reinschauen), dann sagt die folgendes dazu: „Die Perforation durch die Verbindungsmittel der Bahnenmontage sind für die Luftdichtheit unbedeutend.“ Da sagt uns also die Norm eindeutig, dass die Tackerklammern zwar da, aber unbedeutend sind. Im Weiteren wird dann über die Pressung und den Begriff „stiftförmig“ gesprochen – und da ist nun die Einschränkung: „Es-kommt-darauf-an“. Weiterlesen