Welche Unterdachbahnen unter Photovoltaik- und Solaranlagen verbauen?

Durch die Überarbeitung der kantonalen Energievorschriften ist bei Neubauten die regenerative Energieerzeugung am Gebäude zur Pflicht geworden. Dadurch werden verstärkt dachintegrierte PV- und Solaranlagen verbaut. Welche Anforderungen bestehen nun an ein Unterdach unter einer solchen Anlage?

Integrierte PV-Anlage mit Unterdach MENTO 3000 connect

Integrierte PV-Anlage mit Unterdach MENTO 3000 connect

Das hängt unter anderem davon ab, ob die zu verbauenden PV- oder Solarmodule die Funktion der Eindeckung vollständig übernehmen und welcher Belastung das Unterdach damit im eingebauten Zustand ausgesetzt ist. Hersteller geben an, bis zu welcher Dachneigung ihre Systeme einsetzbar sind und welche Unterdachkategorie zu wählen ist.

Was ist sonst noch zu beachten? Nach den Angaben von Gebäudehülle Schweiz bzw. SIA 232/1 gilt:

  • PV-Module erhalten mindestens ein Unterdach mit normaler Beanspruchung.
  • Solaranlagen benötigen mindestens Unterdächer mit erhöhter Beanspruchung.
  • Die Höhe des Durchlüftungsraumes sollte bei PV-Anlagen 60 mm nicht unterschreiten (siehe Tabelle). Es werden 25 % grössere Zu- und Abluftöffnungen empfohlen. Die Dauertemperaturbeständigkeit der Unterdachbahn sollte mindestens 80 °C betragen.
  • Die Bahnen SOLITEX MENTO 3000 und 5000 haben mit einer Dauertemperaturbeständigkeit von 120 °C grosse Reserven. Durch die Eignung zur erhöhten Beanspruchung sind Sie besonders gut für dachintegrierte PV- und Solaranlagen geeignet.
  • Sollte der Hersteller eine ausserordentliche Beanspruchung für das Unterdach fordern, ist die SOLITEX WELDANO die optimale Lösung. Auch Sie bietet die geforderte Dauertemperaturbeständigkeit von 80 °C.

Durchlüftungsräume zwischen Unterdach und Eindeckung gemäss SIA 231/1

Durchlüftungsräume zwischen Unterdach und Eindeckung gemäss SIA 231/1

*) Bei wärmegedämmten Dächern und PV-Anlagen empfiehlt Gebäudehülle Schweiz eine Höhe von 60 mm nicht zu unterschreiten.

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Mehr Sicherheit: SOLITEX-Bahnen auf Starkregen, Hagel, UV-Beständigkeit getestet

Unterdachbahnen müssen vor allem während der Bauzeit die Konstruktion darunter trocken halten.

Damit dies gewährleistet ist, müssen Unterdachbahnen normativ einen Widerstand gegen Wasserdurchgang in der Fläche und ab der erhöhten Beanspruchung auch an den Nähten nachweisen. Bei der Prüfung zur Klasse W1 wird das Material über einen Zeitraum von zwei Stunden mit einer Wassersäule von 20 cm beaufschlagt. Die Unterseite der Bahn muss dabei absolut trocken bleiben.

SOLITEX-Bahnen: Test W1 und optionaler Test W2 gemeistert

Aber auch im Baualltag kommt es immer wieder zu Starkregen. Die Belastung, die dabei auf ein Unterdach einwirkt, wird durch den W1-Test leider nicht abgedeckt. Regen trifft dann mit bis zu 30 km/h auf die Bahnen. Wassertropfen können dabei einen Durchmesser bis ca. 5 mm aufweisen. Bei einem starken Gewitter können ohne weiteres in kürzester Zeit 30 bis 40 Liter Wasser pro Quadratmeter fallen.

So kommt zur Belastung beim Aufschlagen der Tropfen auch die Belastung beim Ablaufen des Wassers vom Dach mit Rückstauungen hinzu. Weil die Belastung bei einem solchen Wetterereignis weit höher sein kann, als beim Pflichtnachweis W1, prüft pro clima seine Unterdachbahnen freiwillig zusätzlich mit der hydrostatischen Wassersäule. Bahnen wie die SOLITEX MENTO 3000 und 5000 bieten mit einer Wassersäule von 10.000 mm eine grosse Sicherheit.

Die besonders hohe Wasserdichtheit wird dabei durch die Verwendung eines monolithischen TEEE-Film ermöglicht. Er verbindet hohe Wasserdichtheit mit optimalen Diffusionseigenschaften und besonders hoher Alterungsbeständigkeit.  Freibewitterungszeiten von bis zu 6 Monaten während der Bauzeit bieten dem Anwender dabei zusätzliche Sicherheit.

Test auf UV-Beständigkeit: Auch nach Jahren noch stabil

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Braucht ein Unterdach eine Nageldichtung?

Nach SIA 232/1 müssen Durchdringungen von Befestigungen durch Unterdächer dicht sein. Wenn also eine Unterdachbahn zum Einsatz kommt, ist für alle Beanspruchungsgruppen die Nagel-/Schraubendichtung Pflicht.

Die Empfehlungen von Gebäudehülle Schweiz in der Wegleitung zur Norm gehen weiter ins Detail: Während bei der normalen Beanspruchung Patches ausreichen würden, werden bei der erhöhten und ausserordentlichen Beanspruchung Nageldichtungsbänder empfohlen. Weiterlesen

Unterdachkategorien nach SIA 232/1 – Welche Bahn sollte bei welcher Beanspruchung eingesetzt werden?

Deckungssystem, Bezugshöhe h0, Neigung und Länge eines Daches (Sparrenlänge) sowie die äusseren klimatischen Einflüsse stellen unterschiedliche Anforderungen an die Wasserdichtheit des Unterdaches. Nach Material und Ausführung werden unterschieden: Weiterlesen