
{"id":3810,"date":"2014-07-03T11:43:46","date_gmt":"2014-07-03T09:43:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.proclima.com\/de\/?p=3810"},"modified":"2014-07-10T14:01:16","modified_gmt":"2014-07-10T12:01:16","slug":"stefan-hueckstaedt-oxfam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/2014\/07\/stefan-hueckstaedt-oxfam\/","title":{"rendered":"Oxfam-Trailwalker 2014: So war f\u00fcr mich der 100-Kilometer-Lauf"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3824\" aria-describedby=\"caption-attachment-3824\" style=\"width: 584px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/14087974689_0ae4ce9903_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3824 size-large\" src=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/14087974689_0ae4ce9903_o-1024x683.jpg\" alt=\"Ich (in der Mitte) beim 100-Kilomter-Lauf mit meinen Kollegen.\" width=\"584\" height=\"389\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3824\" class=\"wp-caption-text\">Meine Kollegen und ich (Mitte) beim 100-Kilomter-Lauf. Quelle: OXFAM FRANCE<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Mai 2014 bin ich im pro clima Team Lopurtus 100 Kilometer in Frankreich gelaufen. Der Grund war der Oxfam Trailwalker. Der Benefizlauf soll auf die Ungerechtigkeit in der Welt aufmerksam machen. Die eingesammelten Spenden werden in Projekte investiert, die nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe f\u00f6rdern und die Welt gerechter machen sollen.<\/p>\n<p>Warum ich mich zum 100-Kilometer-Lauf entschlossen habe, wie die Vorbereitungen liefen und wie es sich anf\u00fchlte &#8211; das versuche ich in diesem Blogartikel zu beschreiben. Viel Spa\u00df beim Lesen.<\/p>\n<p><strong>Erst war es eine fixe Idee, die spontan im B\u00fcro auftauchte, dann wurde Realit\u00e4t daraus!<\/strong><\/p>\n<p>Als mein Kollege G\u00fcnter Bergmann vergangenes Jahr von seinem OXFAM-Trailwalker in Deutschland berichtete, keimte in mir der Gedanke, eventuell doch auch mal an einer derartigen Veranstaltung zu partizipieren. Da es sich bei den Trailwalkern ja nicht um L\u00e4ufe f\u00fcr Hochleistungssportler handelt, sondern vordergr\u00fcndig um den wohlt\u00e4tigen Zweck und den Spa\u00df geht, sollte das doch auch f\u00fcr mich als Hobby- bzw. Gelegenheitsl\u00e4ufer mit ann\u00e4hernd Doppelzentner-Gewicht und mittelm\u00e4\u00dfigem Training bzw. mittelm\u00e4\u00dfiger Trainingmoral m\u00f6glich sein!?<\/p>\n<p>F\u00fcr 2014 entstand dann die Idee, ein pro clima \u2013 Firmenteam aufzustellen. Da habe ich dann auch G\u00fcnters Anfrage hin nicht lange gez\u00f6gert und mich angeschlossen.<!--more--><\/p>\n<p>Dieses Jahr fand jedoch in Deutschland kein Trailwalker statt. &#8230;aber daf\u00fcr im sch\u00f6nen franz\u00f6sischem Nachbarland, wo pro clima ja ebenfalls sehr aktiv ist!<\/p>\n<figure id=\"attachment_3827\" aria-describedby=\"caption-attachment-3827\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/Parcours_2014.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-size=\"650x780\" class=\"size-full wp-image-3827\" src=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/Parcours_2014.png\" alt=\"Das war die 100-Kilometer-Strecke.\" width=\"650\" height=\"780\" srcset=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/Parcours_2014.png 650w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/Parcours_2014-250x300.png 250w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/Parcours_2014-320x384.png 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3827\" class=\"wp-caption-text\">Der Streckenverlauf. Quelle: OXFAM FRANCE<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nachdem der Entschluss,teilzunehmen schnell feststand und auch verbindlich kundgetan war, stand zwischen mir und dem Lauf nat\u00fcrlich auch noch etwas an Training! Zusammen mit der r\u00fcstigen Team-Mutti G\u00fcnter wurde kurzerhand ein Trainingsplan aufgestellt, der meine gewohnte Wanderdistanz kontinuierlich steigern sollte: wochenendliche Wanderungen deren Distanz sich in 5km-Schritten sukzessive erh\u00f6hten, gepaart mit zweimal unter der Woche stattfindenden Jogging-Runden. Die meiste Zeit w\u00e4hrend der Vorbereitung trainierten wir separat, da es terminlich schwierig gewesen w\u00e4re, alle unter einen (Wander-)Hut zu bekommen. Zweimal schafften wir jedoch ein gemeinsames Training.<\/p>\n<p><strong>Der erste Trainingslauf: 50 Kilometer, 2500 H\u00f6henmeter bei str\u00f6mendem Regen: &#8222;Ich fragte mich ernsthaft, was ich hier eigentlich mache&#8220;<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Trainingslauf waren mehrere Etappen des Neckarsteiges von Heidelberg nach Eberstadt (Eckdaten: ca. 50km Wegstrecke und 2500 H\u00f6henmeter). Als G\u00fcnter und ich dann am Morgen des 22.03.14 gegen 6:30Uhr bei str\u00f6menden Regen in Heidelberg gleich zu Beginn die Himmelsleiter (1200 unregelm\u00e4\u00dfige Natursteinstufen \u00fcberwinden 270 Hm) hinaufspurteten und G\u00fcnter hier auch gleich mal meine Fitness testen wollte, fragte ich mich doch ernsthaft, was ich hier eigentlich mache! Ausschlafen im warmen, trockenen Bett h\u00e4tte auch seinen Reiz gehabt! Nach der ersten Tortur kamen wir allerdings gut voran und auch das Wetter besserte sich. So kamen wir nach guten 10 Stunden in Eberbach an. Erst bei bzw. nach einer kurzen Sitzpause am ans\u00e4ssigen Bahnhof bemerkte ich, dass die 50km nicht spurlos an mir vor\u00fcber gegangen waren. Dies \u00e4u\u00dferste sich durch Blasen, einem geschwollenen Fu\u00df und leichten \u201eMotorik-Problemen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Der zweite Trainingslauf<\/strong><\/p>\n<p>Beim zweiten Trainingslauf am 05.04.14 war dann auch Kollege Leo Morche mit von der Partie. Diesmal hatten wir uns den sog. Pf\u00e4lzer K\u00f6nigsweg ausgesucht (ebenfalls gut 50km und ca. 2500 Hm).<\/p>\n<figure id=\"attachment_3832\" aria-describedby=\"caption-attachment-3832\" style=\"width: 584px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/01_K\u00f6nigsweg_morgens-kurz-nach-dem-Start.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-3832\" src=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/01_K\u00f6nigsweg_morgens-kurz-nach-dem-Start-1024x768.jpg\" alt=\"Info von Stefan H\u00fcckst\u00e4dt: G\u00fcnter, Leo und ich waren zusammen mit G\u00fcnters Lebensgef\u00e4hrtin Cilli und ein paar Bekannten von G\u00fcnter am Samstag, 5.04.2014,  gemeinsam unterwegs im Rahmen der Trailwalker-Vorbereitung.  Wir sind zusammen den Pf\u00e4lzer K\u00f6nigsweg gegangen (50km 2500hm) im Rahmen eines Geocaching-Events. \" width=\"584\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/01_K\u00f6nigsweg_morgens-kurz-nach-dem-Start-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/01_K\u00f6nigsweg_morgens-kurz-nach-dem-Start-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/01_K\u00f6nigsweg_morgens-kurz-nach-dem-Start-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/01_K\u00f6nigsweg_morgens-kurz-nach-dem-Start-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/01_K\u00f6nigsweg_morgens-kurz-nach-dem-Start-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/01_K\u00f6nigsweg_morgens-kurz-nach-dem-Start-384x288.jpg 384w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3832\" class=\"wp-caption-text\">G\u00fcnter Bergmann (links) , Leo (mitte) und ich (rechts) waren zusammen mit G\u00fcnters Lebensgef\u00e4hrtin Cilli und ein paar Bekannten von G\u00fcnter am Samstag, 5.04.2014, gemeinsam unterwegs im Rahmen der Trailwalker-Vorbereitung. Wir sind zusammen den Pf\u00e4lzer K\u00f6nigsweg gegangen (50km, 2500hm) im Rahmen eines Geocaching-Events.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit dabei waren auch alte Trailwalker-Veteranen, die zusammen mit G\u00fcnter vergangene L\u00e4ufe bestritten hatten. Es handelte sich bei der Veranstaltung um ein Geocaching-Event. Da ich selbst diesem Hobby fr\u00f6ne, kam mir die Verbindung mit unserem Trainingslauf sehr entgegen!<\/p>\n<p><strong>&#8222;Leider konnte der Service-Wagen des Veranstalters nicht unser Tempo halten&#8230;..daher mussten wir auch auf die Nussecken verzichten&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Start war wieder in aller Herrgottsfr\u00fch um 5:30Uhr bei Dunkelheit. Als ich dann vor Ort das erste Mal auf die Mitl\u00e4ufer f\u00fcr diesen Tag traf, machte ich mir kurz erneut Gedanken, ob ein Langstreckenlauf das Richtige f\u00fcr mich ist, hatten doch allesamt eine asketische L\u00e4uferfigur und augenscheinlich deutlich weniger Kilos zu tragen als meinereiner. Auch hier ging es zu Beginn gleich ordentlich den Berg hinauf. Zun\u00e4chst befanden wir uns noch im Trubel der ca. 100 Mitl\u00e4ufer, konnten uns dann aber relativ flott vorne im Feld platzieren und ungest\u00f6rt unser Tempo laufen. Leider konnte der Service-Wagen des Veranstalters nicht unser Tempo halten, da er an den jeweiligen Checkpoints nat\u00fcrlich warten musste, bis der Gro\u00dfteil des L\u00e4uferfeldes passiert hatte. Daher mussten wir auch leider auf die vielfach angepriesenen Nussecken verzichten. Daf\u00fcr kehrten wir zwischendurch kurz in der urigen Nelloh\u00fctte ein, wo es nicht nur k\u00f6rperliche, sondern auch geistige Erfrischung gab ;-)!<\/p>\n<p>Nach ca. 11 Stunden erreichten wir hier als erste das Ziel, wo dann ein mehr als verdientes Wander-Weizen einverleibt wurde (f\u00fcr die Team-Mutti nat\u00fcrlich alkoholfrei).<\/p>\n<p>Zum Abschluss des Tages eilte ich dann noch zur Geburtstagsfeier meiner Mutter im Restaurant \u2013 dreckig, speckig und durchgeschwitzt wie ich war. Nach diesem Lauf hatte ich deutlich weniger k\u00f6rperlichen Beschwerde als beim ersten Trainingslauf. Das machte nat\u00fcrlich Mut!<\/p>\n<p><strong>Auf geht\u00b4s zum Oxfam Trailwalker 2014<\/strong><\/p>\n<p>Freitag 16.05.14 war es dann endlich soweit: Zum Mittag machten wir uns nachdem noch ein paar sch\u00f6ne Gruppenfotos geschossen wurden (hier sahen wir als L\u00e4ufer auch noch frisch aus) mit dem extra dekorierten Lopur-Tour-Bus auf dem Weg gen Frankreich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/fotos-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-3835\" src=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/fotos-2-1024x768.jpg\" alt=\"fotos (2)\" width=\"584\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/fotos-2-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/fotos-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/fotos-2-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/fotos-2-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/fotos-2-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/fotos-2-384x288.jpg 384w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unser erster Stopp war im Elsass, wo wir Jean-Louis nicht nur einsammeln sondern f\u00fcr die meisten von uns auch das erste Mal pers\u00f6nlich treffen durften. Er vermittelte auf Anhieb den Eindruck eines fitten Langstreckenl\u00e4ufers! Dass uns sicherlich knapp 40kg Gewicht trennen, gab mir dann wieder etwas zu denken. Zumal er extra f\u00fcr den Lauf noch 2kg abgenommen hatte! Ich dagegen hatte mir am vorangegangenen Sonntag w\u00e4hrend einer Kommunion ganzt\u00e4tig den Bauch vollgeschlagen!<\/p>\n<p>Nach einer gem\u00fctlichen und kurzweiligen Fahrt erreichten wir Avallon am fr\u00fchen Abend.<\/p>\n<p>Hier begaben wir uns zun\u00e4chst zur Anmeldung und anschlie\u00dfend zu einem gemeinsamen Abendessen, wo uns der \u201eesprit fran\u00e7ais\u201c das erste Mal ber\u00fchrte.<\/p>\n<p><strong>Irrfahrt &#8211; blinder Gehorsam gegen\u00fcber Navi<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Bisher verlief alles bestens, doch dann folgte eine kleine Irrfahrt bedingt durch blinden Gehorsam des Navis gegen\u00fcber, das wohl offensichtlich nicht auf dem neuesten Stand der Stra\u00dfenverbindungen in Frankreich war. Endlich am Hotel angekommen folgte der zweite Akt des Dramas: Es gab keine personell besetzte Rezeption, sondern sehr zum Unbehagen vor allem \u00e4lterer, Technik-averser Mitstreiter nur einen Check-In-Schalter, vor dem sich bereits eine Schlange runzelnder Stirnen gebildet hatte. Die von der Team-Mutti geplante Nachtruhe ab sp\u00e4testens 22 Uhr war schon lange hinf\u00e4llig und die wertvolle Restruhezeit schrumpfte zusehends. Nach gef\u00fchlten Stunden konnten wir endlich unsere Nachtlager, die stark an Kabinen von mittelklassigen Kreuzfahrtschiffen erinnerten, beziehen.<\/p>\n<p>Samstag 17.05.14: Fr\u00fch morgens um 5 Uhr war es um die kurze Nacht geschehen und wir machten uns auf den Weg zum Start. Hier galt es noch ein spartanisches Fr\u00fchst\u00fcck zu vertilgen und den Sturm auf die Bastille bzw. toilette zu \u00fcberleben. Die zwei Sch\u00fcsseln, die hier mehreren Hundertschaften gen\u00fcgen mussten, verspr\u00fchten ein dementsprechendes Flair! \u00c4hnliches kannte ich bisher nur vom Oktoberfest! \ud83d\ude09 In der gro\u00dfen Halle waren derweil clownartig verkleidete Organisatoren bewaffnet mit Megafon bem\u00fcht, die L\u00e4ufer in Stimmung zu bringen, was wohl auch Wirkung zeigte.<\/p>\n<p><strong>Start<\/strong><\/p>\n<p>Mit gef\u00fclltem Magen und entleertem Darm begaben wir uns dann zur Startlinie, wo ein Animateur die noch m\u00fcden K\u00f6rper zu rhytmischer Musik auf Betriebstemperatur brachte. Um 7 Uhr war es dann endlich soweit: der Start!<\/p>\n<p>Eilig begaben wir uns relativ weit nach vorne um nicht in der gro\u00dfen Masse festzuh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Die Strecke verlief dann zun\u00e4chst durch das sch\u00f6ne Avallon, wo sich auch einige Menschen am Stra\u00dfenrand versammelt hatten und die L\u00e4ufer anfeuerten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3836\" aria-describedby=\"caption-attachment-3836\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/IMG_7680.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-size=\"640x480\" class=\"size-full wp-image-3836\" src=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/IMG_7680.jpeg\" alt=\"Meine Kollegen Leo Morche (links) und G\u00fcnter Bergmann. G\u00fcnter hat das Firmenteam initiiert.\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/IMG_7680.jpeg 640w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/IMG_7680-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.proclima.com\/de\/files\/2014\/07\/IMG_7680-384x288.jpeg 384w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3836\" class=\"wp-caption-text\">Meine Kollegen Leo Morche (links) und G\u00fcnter Bergmann. G\u00fcnter hat das Firmenteam initiiert.<\/figcaption><\/figure>\n<p>In einem ersten Waldst\u00fcck sorgte eine missverst\u00e4ndliche Ausschilderung kurz f\u00fcr Konfusion und den ein oder anderen extra Laufmeter vorgeeilter L\u00e4ufer. Wir durchschauten das T\u00e4uschungsman\u00f6ver sofort und bogen richtig ab! \ud83d\ude09<\/p>\n<p><strong>&#8222;Boxenstrategie&#8220;: kurze Pause, um nicht so schnell laufen zu m\u00fcssen<\/strong><\/p>\n<p>Beim ersten Checkpoint nach 17km hielten wir die Pause bewusst sehr kurz. Hier hatten wir auch noch keine Supporter-Unterst\u00fctzung eingeplant.<br \/>\nUnsere \u201eBoxenstrategie\u201c war generell die Pausen sehr knapp zu halten um dann daf\u00fcr nicht so schnell laufen zu m\u00fcssen! Diese Taktik ging eigentlich auch sehr gut auf. Durch lange Pausen verliert man sehr viel Zeit, die man meist nicht wieder reinlaufen kann.<\/p>\n<p><strong>Pause am Checkpoint 2 &#8211;\u00a0 franz\u00f6sische Spezialit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n<p>Umso herzlicher war der Empfang durch unsere Supporter an Checkpoint 2 nach insgesamt 27km! Hier hatten sie uns streckennah einen Tisch aufgebaut, garniert mit ausgew\u00e4hlten franz\u00f6sischen Spezialit\u00e4ten. Die Pause von ca. 20min war leider viel zu schnell vor\u00fcber. Eilig wechselte ich die Socken und bef\u00fcllte die Trinkflaschen neu (wir hatten um Gewicht zu sparen keine Rucks\u00e4cke, sondern nur Bauchgurte mit Trinkflaschenhalter dabei). Auch der h\u00e4ufige Sockenwechsel hat sich bei mir bewehrt. So blieb ich zumindest weitestgehend von Blasen verschont.<\/p>\n<p>Auch beim n\u00e4chsten Checkpoint nach insgesamt 36km verzichteten wir auf Supporter-Unterst\u00fctzung und schoben zum Unverst\u00e4ndnis der dortigen Streckenposten und momentan noch arbeitslosen Masseure nur kurz ein wenig Obst sowie Energieriegel und Wasser ein und eilten weiter.<\/p>\n<p>Momentan waren wir dann auch recht z\u00fcgig unterwegs und hatten einen Schnitt (inkl. der Pausen) von ca. 6,5 km\/h, woraufhin wir uns schon die tollsten Gesamtzeiten ausrechneten.<\/p>\n<p>&#8230;die sich dann letztendlich allerdings nicht ganz ausgingen.<\/p>\n<p>Eine gr\u00f6\u00dfere Pause, hatten wir auf halber Strecke in Lormes vorgesehen. Das war auch gut f\u00fcr meine Motivation, da ich irgendwo zwischen Kilometer 40 und 50 bereits ein erstes kleines Tief erlebte. Die Aussicht auf die Pause gab dann wieder Schub! Auch Leo hatte hier Probleme mit seinem Fu\u00df, weshalb ihm die Pause und der dort m\u00f6gliche Schuhwechseln sehr entgegenkamen.<\/p>\n<p><strong>Pause mit &#8222;Durchknete-Service&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die Pause haben wir dann auch in vollen Z\u00fcgen genossen. So wurde das erste und einzige Mal der \u201eDurchknete-Service\u201c in Anspruch genommen. Die vom Organisator angek\u00fcndigte warme Mahlzeit war leider noch nicht fertig. Aber dem tapferen Einsatz unseres Supporters Marcus war es zu verdanken, dass wir dann doch ein warmes S\u00fcppchen vom angrenzenden Mittelalter-St\u00e4ndchen erhielten \u2013 Vielen Dank noch mal daf\u00fcr!<\/p>\n<p>Mit frischen Socken, einem leckeren S\u00fcppchen im Bauch, massierten Knochen und aufgetankter Motivation starteten wir in die zweite H\u00e4lfte des Laufes.<\/p>\n<p>Weiter ging es nach St. Martin Du Puy, wo wir urspr\u00fcnglich geplant hatten zu duschen und die Kleidung f\u00fcr die Nacht anzulegen. Da wir jedoch zeitlich (bisher) super durch kamen und es noch lange nicht dunkel wurde, entschieden wir uns unterwegs, die Pause hier doch kurz zu halten, auf die Dusche zu verzichten und die Klamotten eine Station weiter zu wechseln. Schade war, dass die wild-romantische Outdoor-Dusche, liebevoll von Christian Stadler aufgestellt, dadurch ungenutzt blieb!<br \/>\nWeiter ging es nach Bazoches. Ein malerisches kleines D\u00f6rfchen, das vor allem durch das sch\u00f6nen Ch\u00e2teau de Bazoches bekannt ist und dadurch auch einen netten Charme verspr\u00fcht.<\/p>\n<p><strong>Auf geht\u00b4s in die Nacht<\/strong>!<\/p>\n<p>Jetzt entledigten wir uns auch endlich der vollgeschwitzten Klamotten und wechselten (ohne Dusche) auf frisches T-Shirt und langes Beinkleid f\u00fcr die Nacht. Auch die Stirnlampen wurden hier eingepackt.<\/p>\n<p>Am Checkpoint gab es dann noch ein wenig D\u00f6rrobst und etwas zu trinken.<br \/>\nHier befragten wir die Streckenposten, was unsere Platzierung anging. Es gab dann allerdings zun\u00e4chst widerspr\u00fcchliche bzw. falsche Ausk\u00fcnfte. Als wir bereits auf dem Weiterweg waren, klingelte das Handy. Unsere treuen Supporter hatten nochmals genauer nachgehakt und gaben die Info durch, dass wir doch tats\u00e4chlich auf Platz 4 l\u00e4gen und die Drittplatzierten nur kurze Zeit vor uns den Checkpoint verlassen hatten. Das spornte nat\u00fcrlich an!<\/p>\n<p><strong>Verletzung bei Streckenkilometer 75<\/strong><\/p>\n<p>Vorbei am sch\u00f6ne Chateau stiefelten wir in die einbrechende D\u00e4mmerung. Einige Kilometer sp\u00e4ter ca. bei Streckenkilometer 75, noch bei Tageslicht, passierte es dann: ich vertrat mir auf einem harmlosen Schotter-Feldweg den linken Fu\u00df ungl\u00fccklich, was dieser dann mit Schmerzen und Schwellung quittierte, womit ich dann f\u00fcr den Rest des Laufes zu k\u00e4mpfen hatte! \ud83d\ude41<\/p>\n<p><strong>Ein Fuchs? &#8211; Nein ein Reh!<\/strong><\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich wurde es dann auch dunkel. Jetzt stiefelten wir im Schein der Kopflampe durch Wiesen und W\u00e4lder. Das eingeschr\u00e4nkte Sehverm\u00f6gen sch\u00e4rfte dann nat\u00fcrlich die \u00fcbrigen Sinne. So nahm man die Ger\u00e4usche und Ger\u00fcche der Natur deutlich st\u00e4rker war als tags\u00fcber, wo man die meisten Eindr\u00fccke doch visuell aufnimmt! Zwischendurch diskutierten wir dann noch Verhaltensregeln f\u00fcr den Kontakt mit Wildschweinen, die jedoch gl\u00fccklicherweise nicht zum Einsatz kamen. Einzig ein Reh, von G\u00fcnters scharfen Augen zun\u00e4chst als Fuchs identifiziert ;-), kreuzte unseren Weg.<\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich machte sich auch mein l\u00e4dierter Fu\u00df st\u00e4rker bemerkbar, sodass mein Tempo merklich nachlie\u00df, w\u00e4hrend Leo und Jean-Louis richtig Tempo machten. Kurz vor dem n\u00e4chsten Checkpoint nach insgesamt ca. 84km schloss dann pl\u00f6tzlich und unerwartet ein anderes Team auf und \u00fcberholte uns. Damit sank die Laune dann (bei mir zumindest) deutlich. Die ersten Gedanken zum Abbruch machten sich bei mir breit. Das war f\u00fcr mich allerdings keine Option! So schleppt man sich dann weiter und weiter und z\u00e4hlt die Kilometer.<\/p>\n<p>Am Checkpoint wurden wir klatschend von unseren gut gelaunten Supportern empfangen. Aufgrund der unerwarteten \u00dcberholung durch das andere Team zuvor, hatten die zun\u00e4chst das falsche Team in der Dunkelheit freudig klatschend empfangen und waren dann etwas iiritiert.<\/p>\n<p><strong>Candellightessen als Motivation<\/strong><\/p>\n<p>Auch hier hatten unsere treuen Supporter wieder keine M\u00fchen gescheut, uns eine sch\u00f6ne Pause zu erm\u00f6glichen! Gegen den Widerstand der Streckenposten hatten sie einen Park-\/Rastplatz unmittelbar neben dem Checkpoint aufgebaut. Der Campingtisch war reichlich mit brennenden Kerzen geschm\u00fcckt und die Campingst\u00fchle warteten mit Wolldecken auf die m\u00fcden L\u00e4ufer. Auch kleine Leckereien standen wieder bereit. Da fiel es sehr schwer, sich irgendwann wieder aufzuraffen und weiter zu marschieren! &#8230;aber es half ja nichts!<\/p>\n<p><strong>Kampf gegen die M\u00fcdigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Ab jetzt wurde es richtig z\u00e4h! Die Kilometer wollten einfach nicht mehr so schnell purzeln wie zu Beginn. Der Weg zum n\u00e4chsten und letzten Checkpoint in Pontaubert kam mir wie eine gef\u00fchlte Ewigkeit vor! Die Supporter waren derweilen ans Ziel in Avallon gefahren um ein Nachtlager f\u00fcr uns zu organisieren und ein wenig Schlaf zu tanken. Dass von dem Organisator keine Schlafpl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung gestellt wurden, teilten uns die Supporter dann schonend mit der Info mit, dass es eine &#8222;kleine Plan\u00e4nderung&#8220; g\u00e4be.<\/p>\n<p>In Pontaubert beim Checkpoint k\u00e4mpfte ich derweilen mit der M\u00fcdigkeit. So musste mehrmals durch lautstarke Zurufe der Streckenposten verhindert werden, dass ich mir beim Einschlafen auf einem Stuhl den hei\u00dfen Tee \u00fcber die Hose leere!<\/p>\n<p><strong>Die letzten Kilometer bis zum Ziel<\/strong><\/p>\n<p>Beim Abmarsch wurde uns noch mitgeteilt, dass der letzte Streckenabschnitt unwegsam und schwierig sei. &#8230;und das war er dann auch! Der Weg f\u00fchrte durch ein uriges Bachbett, wo man st\u00e4ndig \u00fcber kleinere Felsen steigen und bedacht sein musste, die Tritte richtig zu setzen. Im &#8222;frischen&#8220; Zustand sicherlich abenteuerlich, spa\u00dfig und unproblematisch. Nach knapp 20 Std. und 95 km Fu\u00dfmarsch anstrengend, unangenehm und nervend!<\/p>\n<p>Aber auch diese H\u00fcrde konnten wir irgendwann hinter uns lassen und im Schein des Vollmondes erreichten wir endlich die erl\u00f6sende Stadtgrenze von Avallon. Jetzt konnte eigentlich nichts mehr schief gehen, sofern wir nicht noch von einem Auto angefahren werden. \ud83d\ude09<\/p>\n<p><strong>Der erl\u00f6sende Moment: das Ziel<\/strong><\/p>\n<p>Noch ein paar Minuten durch die malerische Altstadt, die mir in diesem Moment aber ehrlich gesagt v\u00f6llig wurscht war, und wir erreichten den gro\u00dfen gr\u00fcnen Oxfam-Zielbogen. Davor standen unsere Supporter und feuerten uns an. Was ein sch\u00f6ner und vor allem erl\u00f6sender Moment! Als f\u00fcnftes von insgesamt 221 gestarteten Teams erreichten wir das Ziel nach insgesamt 21 Stunden.<\/p>\n<p>Nachdem uns hier noch als Andenken eine kleine Medaille verliehen wurde und ein paar Fotos geschossen wurden, machten wir uns auf den R\u00fcckweg.<\/p>\n<p><strong>Der R\u00fcckweg: Schlaflager auf der Ladefl\u00e4che des Transporters<\/strong><\/p>\n<p>Die Supporter hatten f\u00fcr uns als Nachtlager die Ladefl\u00e4che des Transporters mit Isomatten, Decken und darauf den Schlafs\u00e4cken ausgelegt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Supporter dann im Wechsel nach Hause fuhren, knackten wir seelenruhig auf der Ladefl\u00e4che. Vermutlich h\u00e4tte uns nicht mal ein auffahrender LKW aufgeweckt! Bei einem Tankstopp wachte ich dann doch auf und musste erstmal die T\u00fcr aufrei\u00dfen. Die vollgeschwitzten Klamotten und Ausd\u00fcnstungen im vollbesetzten Bus hatten doch ein gewisses Muffklima verursacht!<\/p>\n<p>Da wir direkt im Anschluss an unsere Zielankunft in Avallon abgefahren waren, kamen wir auch relativ fr\u00fch um die Mittagszeit in Schwetzingen an, sodass der restliche Sonntag \u00fcbrig blieb um auszupacken und zu regenerieren. Der Lauf hing mir allerdings noch ein paar Tage l\u00e4nger in den Knochen!<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend kann ich sagen, dass es f\u00fcr mich eine tolle Erfahrung war, die ich nicht missen m\u00f6chte. Sch\u00f6n war es, Spenden zu sammeln und sich dabei auch noch sportlich zu bet\u00e4tigen! \ud83d\ude42<br \/>\nIch bin noch nie so viele Kilometer am St\u00fcck gegangen und werde es wohl auch nicht allzu oft wiederholen! Obwohl wir uns eigentlich bis auf die beiden Trainingsl\u00e4ufe getrennt voneinander vorbereitet hatten, funktionierte das Team super! Bei meinen Teamkameraden m\u00f6chte ich mich f\u00fcr die Harmonie, den Zusammenhalt und den Spa\u00df bedanken.<br \/>\nAuch bei den Supporter, die uns unglaublich gut unterst\u00fctzt haben, m\u00f6chte, ich mich bedanken.<br \/>\n&#8230;au\u00dferdem nat\u00fcrlich auch bei pro clima und allen weiteren Unterst\u00fctzern und Spendern!<br \/>\nWir konnten durch die Aktion fast 3000\u20ac f\u00fcr die Organisation OXFAM und damit f\u00fcr wohlt\u00e4tige Zwecke auf der ganzen Welt sammeln.<br \/>\nWenn jemand Lust hat sich f\u00fcr einen guten Zweck einzusetzen und dabei noch Grenzerfahrungen zu sammeln, kann ich dieses Event nur w\u00e4rmstens empfehlen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Mai 2014 bin ich im pro clima Team Lopurtus 100 Kilometer in Frankreich gelaufen. Der Grund war der Oxfam Trailwalker. 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